diskurs film Verlag
diskurs film - Kompetenz in Medienwissenschaft

dfB.17 (2008)

Enrico Wolf:

Bewegte Körper - bewegte Bilder

Der pornografische Film:
Genrediskussion, Geschichte, Narrativik

342 S., 38 s/w-Fotos

ISBN 978-3-926372-67-3

44,00 € [D]

 

 

Zum Inhalt:


Die Film- und Medienwissenschaft hat Genre und Ästhetik des pornografischen Films bislang kaum beachtet; die wenigen aussagekräftigen Studien blieben in der wissenschaftlichen Konsensbildung weitgehend unberücksichtigt. Auch in der Filmgeschichts-schreibung kommt das Genre kaum vor – nur allzu gern wird das heikle Thema ›Pornografie‹ anderen Wissenschaftsdisziplinen überlassen.

Die vorliegende Studie füllt diese Forschungslücken und zielt insbesondere auf die Zusammenführung der bisherigen Erkenntnisse. So wird der aktuelle Forschungsstand aus film- und medienwissenschaftlicher Perspektive umfassend rekapituliert. Erstmals werden dabei die theoretischen Ansätze einer kulturwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Pornografie auf Anknüpfungspunkte und Konsensfähigkeit überprüft. Ergebnis ist eine detaillierte Historiografie des pornografischen Films, die vor dem Hintergrund eines umfangreichen Korpus von über 100 Filmen internationaler Provenienz aus den Jahren 1905 bis 1997 gerade unter ästhetischen und narratologischen Aspekten neue Akzente setzt. Zudem entwickelt die Studie aus dem analytischen Blick auf Produktion, Distribution, Rezeption und auf die Akteure ein innovatives theoretisches Genrever-ständnis des pornografischen Films.

Neben diesen historiografischen und theoretischen Ergebnissen machen die detaillierte Auswahlfilmografie, ein Verzeichnis der Bezugsquellen sowie ein Personen- und Sach-register die Publikation zu einem Grundlagenwerk der relativ jungen ›Porn Studies‹.


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Meist merkt man erst bei sehr genauer Auseinandersetzung mit einem Thema, wie wenig erforscht es doch ist. Enrico Wolf legt hier eine Grundlagenarbeit über den pornografischen Film vor, und seine enorm kenntnisreiche wissenschaftliche Herangehensweise ist angesichts des bislang fehlenden Fundaments in dieser Sparte der Filmforschung gar nicht hoch genug zu bewerten. [...] Bewegte Körper ist sorgfältige Filmliteratur allerhöchsten Rangs und Anspruchs. (Schnitt, Köln)